Schlaglichter aus 350 Jahre Geschichte
17. Jahrhundert - Unser Ursprung
1676 | Die Gründung der Hamburger Feuerkasse vor 350 Jahren
Alarm, es brennt! Heute rückt die Feuerwehr in solchen Situationen schnell aus und bringt Brände meist rasch unter Kontrolle. Im 17. Jahrhundert ist das anders: Leicht brennbare Häuser aus Holz und Stroh und begrenzte Löschtechnik lassen selbst kleine Brände schnell zu Katastrophen werden. Aus dieser ständigen Bedrohung entsteht eine neue Idee.
Die Bevölkerung versucht, die verheerenden Folgen von Bränden gemeinschaftlich zu begrenzen. In Hamburg schließen sich 1591 Teile der Bevölkerung zum ersten „Feur Contract“ zusammen. Dabei handelt es sich um private Zusammenschlüsse von jeweils mindestens 100 Gebäudeeigentümern. Im Schadensfall zahlt jedes Mitglied dem Betroffenen zehn Reichstaler. Zudem enthalten die Verträge Vorschriften zur Brandverhütung und Brandbekämpfung. Weitere Maßnahmen folgen mit der Einführung von Brandwachen im Jahr 1603 sowie einer ersten Wach- und Feuerordnung im Jahr 1626.
Die auf Gegenseitigkeit beruhenden Feuerkontrakte können aber die Schäden mehrerer Großbrände in den 1670er Jahren nicht mehr ausgleichen. Da häufig mehrere Mitglieder betroffen sind, führt dies zu erheblichen finanziellen Belastungen für die übrigen Beteiligten. Die Hilfe der Behörden wird nötig. Der Hamburger Stadtrat beschließt deshalb am 21. September 1676, eine neue Feuerordnung für die gesamte Stadt auszuarbeiten.
Am 30. November 1676 führt der Rat rund 46 Feuerkontrakte der Hamburger Innenstadt zur „General-Feuer-Cassa“ zusammen und beschließt die Gründung der Hamburger Feuerkasse. Jetzt verteilt sich das Risiko auf eine deutlich größere Gemeinschaft. Mit diesem Schritt werden die zuvor privaten Zusammenschlüsse zur weltweit ersten öffentlich-rechtlichen Versicherungseinrichtung vereint. Zudem ändert sich das Versicherungsprinzip grundlegend: Statt nach dem Schaden Geld zu sammeln, zahlen die Versicherten im Vorfeld kontinuierlich in die Töpfe ein. Schäden werden dann aus dem angesparten Versicherungsvermögen gezahlt, das moderne Versicherungsprinzip ist geboren. Die Hamburger Feuerkasse beginnt wenige Monate später am 28. Februar 1677 ihre Arbeit. Bis 1685 übernimmt sie zudem die vollständige Finanzierung des Löschwesens in der Hansestadt und gibt wichtige Impulse für dessen Weiterentwicklung.
Heute ist die Hamburger Feuerkasse die älteste noch aktive Versicherung der Welt. Sie ist der Grund, weshalb der Provinzial Konzern in diesen Tagen seinen 350. Geburtstag feiert.
18. Jahrhundert - Eine Idee setzt sich durch
1722 | Gemeinsame Wurzeln: Die Rheinische und Westfälische Feuersozietät
Wer trägt das Risiko, wenn ein Haus abbrennt? Natürlich der Eigentümer! Aber was sind die Konsequenzen, wenn der Eigentümer den Schaden nicht tragen kann? Eine Bauruine, die den Wert der Nachbarschaft oder des Viertels reduziert. Um das zu vermeiden setzt Preußen im 18. Jahrhundert das Konzept, das Brandrisiko gemeinschaftlich zu tragen, systematisch um. Mit der Feuersozietät von 1722 für das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark entsteht der Grundstein für die heutigen Provinzialversicherungen im Rheinland und in Westfalen.
Im 18. Jahrhundert sind Brände eine dauerhafte Bedrohung für Städte und Dörfer. Die Bedingungen, die 1676 in Hamburg zur Gründung der Feuerkasse führen, sind vielerorts typisch. Enge Bebauung, Holzfachwerk mit Stroh in den Gefachen, ausgetrocknete Dachstühle und offene Feuerstellen begünstigen die schnelle Ausbreitung von Bränden. Ist ein Haus zerstört, verlieren die Betroffenen nicht nur ihr Eigentum, sondern auch ihre wirtschaftliche Existenz. Brennen mehrere Häuser, treffen solche Katastrophen ganze Gemeinden und beeinträchtigen Handel, Wirtschaft und staatliche Einnahmen.
Vor diesem Hintergrund etablieren die preußischen Verwaltungen institutionalisierte Feuerversicherungen. Ein bedeutender Schritt ist die Gründung der Feuersozietät für die Städte des Herzogtums Kleve und der Grafschaft Mark am 1. Mai 1722 durch König Friedrich Wilhelm I. Sie zählt zu den frühesten öffentlich organisierten Einrichtungen dieser Art und ist wichtige Grundlage der späteren Provinzialversicherungen. Beide Territorien liegen im heutigen Nordrhein-Westfalen und bilden die historischen Wurzeln sowohl der rheinischen als auch der westfälischen Provinzialversicherung. Im weiteren Verlauf des Jahrhunderts entstehen im heutigen Rheinland und Westfalen regionale Sozietäten, darunter die Kurtrierische Brandversicherungssozietät (1780) und die Bergische Feuer-Assekuranz-Gesellschaft (1801).
Diese Feuerversicherungen sind Institutionen der öffentlichen Hand und somit direkt von der großen Politik beeinflusst: Im Zuge der Napoleonischen Kriege lösen die Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815 die vereinigten Herzogtümer Kleve und Mark auf. Die europäischen Staaten sprechen Kleve der preußischen Provinz Rheinland zu, die Grafschaft Mark geht an die Provinz Westfalen.
20 Jahre später entscheidet Preußen, das öffentliche Feuerversicherungswesen neu zu organisieren. 1836/37 erlässt der preußische König mehrere Gesetze, die die öffentlichen Feuerversicherungen neu organisieren: Kleve kommt zur neu etablierten Provinzial Rheinland, Mark zur neuen westfälischen Provinzial. Damit ist die geografisch begründete Trennung zwischen der Provinzial Rheinland und der Provinzial Westfalen angelegt. Sie bleibt bis zur Fusion zum Provinzial Konzern im Jahr 2020 bestehen.
1752 | Im Zeichen der Aufklärung: Die Lippische Landesbrandversicherung
Simon August Graf und Edler Herr zur Lippe gründet 1752 die Lippische Landesbrandversicherung. Ihre Aufgabe ist, nach Brandkatastrophen Hilfe zu leisten und zerstörte Gebäude finanziell abzusichern. Bald nennt der Volksmund die in Detmold ansässige Versicherung nur noch „die Lippische“. Bis heute folgt sie ihrem Grundsatz: „Aus der Region, für die Region."
Simon August Graf und Edler Herr zur Lippe, geboren 1727, ist stark vom Geist der Aufklärung geprägt. Während seiner Herrschaft modernisiert er Schul- und Rechtswesen, verbessert die medizinische Versorgung und hebt die Lebensbedingungen der Bevölkerung an.
1752 gründet der damals 27-jährige Graf eine Brand-Assecurations-Societät, in die alle Gebäudeeigentümer der Grafschaft einzahlen müssen. Die Idee: Schäden werden nicht mehr dem Einzelnen überlassen, sondern sind durch geordnete Vorsorge gemeinschaftlich abgesichert.
Doch bald gibt es Missbrauch: Anfangs geben Eigentümer den Wert ihrer Gebäude selbst an. Dabei zeigt sich, dass manche auf einen „warmen Abbruch“ spekulieren, also auf einen Brand mit anschließender Versicherungsleistung. Um Missbrauch zu verhindern, führt die Lippische Regierung 1782 für Gebäude auf dem Land verpflichtende Schätzungen ein; für städtische Häuser folgen sie 1803. Nachdem man die Beiträge nach Größe und Baumaterial der Gebäude festlegt, reduziert sich der Betrug.
Neben der Absicherung im Schadensfall spielt die Brandprävention von Beginn an eine wichtige Rolle. Schon im Gründungsjahr unterstützt die Societät die Anschaffung von Feuerspritzen. Eine Verordnung von 1801 schreibt zudem eine jährliche Inspektion der Geräte vor.
Diese Tradition lebt weiter: 2020 unterstützt die Lippische die Feuerwehr in Lemgo mit Lernmaterialien zur Brandschutzerziehung. Auch die weiteren zum Provinzial Konzern gehörenden Versicherungen fördern die regionalen Feuerwehren, etwa durch die Bereitstellung von Wärmebildkameras oder Hohlstrahlrohren. In Hamburg unterstützt die Feuerkasse die Freiwillige Feuerwehr.
Lange bleibt die Gebäudeversicherung der einzige Geschäftsbereich der Lippischen. Erst am 16. April 1924 beschließt der lippische Landtag eine Reform: Aus dem reinen Gebäude-Feuerversicherer wird ein Kompositversicherer mit erweitertem Angebot.
Im Kurpark Bad Meinberg erinnert heute ein Denkmal an die herausragende Persönlichkeit Simon Augusts. Sein wohl bedeutendstes Vermächtnis ist die Lippische, die auch 274 Jahre nach ihrer Gründung fortbesteht.
19. Jahrhundert - Mehr Regionen, mehr Schutz
1830 | Als Feuerversicherungen sichtbar wurden
Ein kleines Schild an der Hauswand verrät im 19. Jahrhundert mehr als eine Adresse: Feuerversicherungsschilder zeigen, ob ein Gebäude versichert ist. Ihre Geschichte führt zurück zum Großen Brand von London und zeigt, wie eng Versicherung, Brandbekämpfung und gesellschaftliches Misstrauen damals miteinander verbunden sind.
Die Ursprünge der Feuerversicherungsschilder liegen in England, in der Zeit nach dem Großen Brand von London im Jahr 1666. Da kommunale Feuerwehren fehlen, organisieren die Versicherer eigene Löschmannschaften. Gleichzeitig stellt sich ein praktisches Problem: Gebäude besitzen bis etwa 1880 keine Hausnummern. Zur Identifizierung bringen Versicherungen Schilder mit ihrem Emblem an den versicherten Gebäuden an. Die Schilder aus feuerfester Emaille überstehen Brände oft nahezu unbeschadet und bleiben deshalb nach großen Stadtbränden nicht selten als eines der wenigen sichtbaren Zeichen an den Ruinen zurück.
In Deutschland prägen andere Voraussetzungen die Nutzung der Schilder. Bereits seit der frühen Neuzeit existieren Feuerordnungen und organisierte Feuerwehren, die jedes Feuer löschen. Dennoch erfüllen die Versicherungsschilder eine wichtige Funktion: Sie ermöglichen den Rettungsmännern der Versicherer, versicherte Gebäude schnell zu erkennen. Ihre Aufgabe besteht damals darin, im Brandfall das Mobiliar der Versicherungsnehmer zu retten und es anschließend vor Plünderungen zu schützen. Seit 1830 sind Versicherungsnehmer verpflichtet, an ihren Häusern das Schild ihres Versicherers anzubringen. Das Schild erfüllt die Funktion einer Versicherungspolice und macht auf einen Blick erkennbar, ob das Haus versichert ist. Eine Information, die auch für Behörden wichtig ist, da ein möglicher Versicherungsanspruch als Motiv für eigene Brandstiftung gelten kann.
Darüber hinaus haben Feuerversicherungsschilder eine präventive und soziale Signalwirkung. Sie machen deutlich, dass das Eigentum im Gebäude versichert ist und schrecken Brandstifter ab. Gleichzeitig verhindern sie Doppelversicherungen: Mehrere Schilder an einem Gebäude fallen auf, besonders Nachbarn und Versicherungsagenten.
So sind Feuerversicherungsschilder ein Symbol für Schutz und Verlässlichkeit. Noch heute kann man diese Schilder an alten Gebäuden entdecken. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten. Das gilt aber nicht für die Hansestadt Hamburg. Vermutlich verzichtet die Hamburger Feuerkasse damals auf Versicherungsschilder, da ohnehin alle Gebäude in Hamburg bei ihr versichert sind.
1842 | Der Große Brand in Hamburg
In der Nacht zum 5. Mai 1842 bricht im Haus des Tabakhändlers Eduard Cohen in der Deichstraße 44 ein Feuer aus, der Beginn des verheerenden Großen Brandes in Hamburg. Drei Tage und Nächte wütet das Feuer, die Löscharbeiten dauern bis zum 8. Mai. Die Hansestadt Hamburg bleibt als Trümmerlandschaft zurück.
Beim Großen Brand von Hamburg breiten sich die Flammen trotz schneller Alarmierung durch Nachtwächter und Feuerwehr rasant aus. Enge Gassen, dicht bebaute Speicher und leicht entflammbare Waren bieten ideale Bedingungen. Das Feuer erfasst die Deichstraße, springt über die Fleete und greift auf das Kaufmannsviertel über. Bald steht auch die Hauptkirche St. Nikolai in Flammen.
Die Feuerwehr setzt rund 30 Landspritzen ein, doch das Inferno ist nicht mehr zu kontrollieren. Nur zögerlich genehmigt der Senat Sprengungen, um Brandschneisen zu schaffen. Unterstützung für die Löscharbeiten kommt aus den Vorstädten und dem Umland, dennoch erreicht das Feuer Rathaus, Börse und Bank. Das Rathaus wird schließlich gesprengt – ohne den erhofften Erfolg.
Erst am 8. Mai, nach fast 80 Stunden, gilt der Brand als besiegt. Mindestens 51 Menschen kommen ums Leben, rund 20.000 werden obdachlos. 72 Straßen, etwa 1.100 Wohnhäuser und insgesamt 217 weitere Gebäude sind beschädigt. Der wirtschaftliche Schaden geht in die Millionen – nach heutiger Rechnung in die Milliarden. Der Große Brand von 1842 bleibt bis heute eine der tiefsten Zäsuren der Hamburger Geschichte. Auch für die Hamburger Feuerkasse bedeutet er die schwerste Belastung ihrer Geschichte. Sie entschädigt sämtliche Besitzer zerstörter und beschädigter Gebäude. Das letzte vom Brand erfasste Haus steht an der Ecke Kurze Mühren 20/Lilienstraße. An dieser Stelle wird 52 Jahre später das Verwaltungsgebäude der Hamburger Feuerkasse gebaut.
1863 | Mehr als Feuerschutz: Die Mobiliarversicherung
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erweitern die Vorläuferorganisationen des Provinzial Konzerns ihr Geschäft über reine Feuerversicherungen hinaus. Den Anfang macht die Westfälische Provinzial, die bereits am 1. Januar 1863 als erste öffentliche Feuersozietät eine Mobiliarversicherung einführt.
Nach der Westfälischen Provinzial plant auch die Rheinische Provinzial-Feuersozietät die Einführung einer Mobiliarversicherung. 1863 wartet sie nach langwierigen Auseinandersetzungen auf die erlösende Genehmigung der Behörden. Wachsender Wettbewerbsdruck durch private Versicherungsgesellschaften führt schließlich zum Umdenken. Im Sommer 1863 erhält die Provinzial Rheinland die offizielle Erlaubnis, ab dem 1. Januar 1864 auch Mobiliarversicherungen anzubieten und damit ihr Angebot zu erweitern. Zeitungen veröffentlichen einen Erlass, der die „Ausdehnung des Geschäftskreises auf [die] Mobiliar-Versicherung“ bestätigt.
Gleichzeitig erhält die Rheinische Provinzial die Erlaubnis, geeignete „Geschäftsführer“ einzusetzen, um die neue Mobiliarversicherung organisatorisch abzusichern. Sie vertreiben die Versicherungen in den Regionen und legen damit den Grundstein für eine eigenständige Außendienststruktur. Die auf Provisionsbasis arbeitenden Geschäftsführer verfügen über keine eigene Geschäftsstelle, sondern arbeiten von zu Hause aus und verkaufen Versicherungen von Tür zu Tür. 1906 sind im Rheinland insgesamt 678 Geschäftsführer für die Provinzial tätig. Bis 1983, also für fast 120 Jahre, bezeichnet Geschäftsführer bei der Provinzial Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Außendienst.
Mit der Mobiliarversicherung beginnt für die Provinzial Rheinland eine anhaltende Phase ununterbrochenen Wachstums. In den ersten 50 Jahren verdoppeln sich nicht nur die Versicherungsverträge, auch die Mitarbeiterzahl steigt auf 30 Beamte. Die Erfolgsgeschichte findet Nachahmer: 1876 bietet auch die Landesbrandkasse Schleswig-Holstein neben der Gebäudeversicherung eine Mobiliarversicherung an. In Detmold nimmt die Lippische Landesbrandversicherung AG erst 1924 eine Inhaltsversicherung, etwa für Betriebseinrichtungen, ins Angebot auf.
1874 | Die Ursprünge der Provinzial in Schleswig-Holstein
Aus kleinen Anfängen wächst in Schleswig-Holstein etwas Großes: Provinzial und Landesbrandkasse zeigen, wie konsequente Zusammenarbeit und kluge Reformen über Jahrzehnte hinweg den Weg zu einem modernen Versicherungsunternehmen ebnen.
Was einst als solidarische Absicherung gegen Brände beginnt, entwickelt sich über die Jahrhunderte zu einer leistungsstarken Versicherungsgruppe. Die Wurzeln reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück: Damals entstehen Gilden, in denen sich die Menschen gegen Verluste durch Feuerschäden zusammenschließen. Im Laufe der Zeit gehen aus ihnen – häufig auf Anordnung der Landesherren – lokale Brandkassen für Städte und Regionen hervor.
Während des 18. Jahrhunderts bündeln diese Einrichtungen ihre Kapazitäten und schließen sich zu größeren Organisationen zusammen. 1867, als Schleswig-Holstein unter preußischer Verwaltung steht, existieren drei Feuerversicherungsanstalten für Städte, ländliche Gebiete und kirchliche Einrichtungen – zentral koordiniert, aber strukturell getrennt.
Gesetzliche Neuregelungen und die Zusammenführung der drei bestehenden Einrichtungen markieren einen entscheidenden Fortschritt. 1874 entsteht die Landesbrandkasse Schleswig-Holstein als einheitliche Institution. Sie bezieht in der Gartenstraße in Kiel ihren Hauptsitz.
Ein neuer Abschnitt beginnt 1918 mit der Gründung der Provinzial Lebensversicherung. Es entstehen zwei Unternehmen, die als öffentlich-rechtliche Versicherer in Schleswig-Holstein und in Hamburg tätig sind. In den folgenden Jahrzehnten wachsen beide Häuser organisatorisch und strategisch immer enger zusammen. Gemeinsame Leitung und abgestimmte Strukturen führen 1973 zur Gründung einer Organ- und Verwaltungsgemeinschaft. Der Umzug in ein gemeinsames Verwaltungsgebäude in Kiel macht diesen Wandel auch nach außen sichtbar.
20. Jahrhundert - Vom Feuerversicherer zum Allround-Versicherer
1907 | Benjamin Franklin und der Beginn des modernen Blitzschutzes
Was ist ein Blitz? Schicksal? Ein Zeichen Gottes? Eine Entzündung schwefelhaltiger Dämpfe in der Luft? 1752 lässt Benjamin Franklin bei Gewitter Drachen steigen und zeigt, dass Blitze elektrische Entladungen sind. Seine Erkenntnisse führen zur Entwicklung des Blitzableiters und gelten als bahnbrechend – jetzt kann man sich schützen. Im deutschsprachigen Raum gibt es aber auch Vorbehalte.
Die Lippische Landeszeitung berichtet 1883, mehr als 100 Jahre nach Franklins Entdeckung, über einen Blitzeinschlag mit anschließendem Brand im westfälischen Bünde: „Das Feuer griff mit einer solchen Schnelligkeit um sich, daß nur der Viehbestand, bis auf 6 Ferkel, gerettet werden konnte. Von dem nicht versicherten Mobiliar wurde nichts gerettet […]“, heißt es in dem Artikel. Solche Ereignisse können existenzbedrohend sein, zumal wenn „das abgebrannte Gebäude nur sehr niedrig in der Provinzialversicherung versichert“ ist.
Vor diesem Hintergrund setzen die Provinzialversicherungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt auf Aufklärung zum Blitzschutz als Teil ihrer Schadensprävention. Durch Werbung für Blitzableiter sollen Brandschäden gezielt vermieden werden. 1907 meldet die Schleswig-Holsteinische Landesbrandkasse ein Gebrauchsmuster zur Weiterentwicklung der Blitzableiter an. Ein heute für eine Versicherung ungewöhnlicher Vorgang, der den präventiven Ansatz von damals unterstreicht.
Auch darüber hinaus versuchen die Provinzialversicherungen, Gebäudeeigentümer zur Installation moderner Blitzschutzanlagen zu bewegen. So verschickt die Westfälische Provinzial-Feuer-Sozietät Mitte der 1920er Jahre einen Werbebrief, in dem sie auf die volkswirtschaftlichen Schäden durch Blitzeinschläge hinweist, fachgerecht installierte Blitzableiter empfiehlt und dabei ausdrücklich an Franklin erinnert.
Die verstärkte Beschäftigung mit Blitzschutz steht für einen grundlegenden Wandel im Versicherungswesen um 1900: Versicherungen verstehen sich immer stärker als Experten für Risiko und Sicherheit und nicht als reine Schadensregulierer.
1910 | Das Sozietäten-Gesetz: Öffentliche Versicherer im Wettbewerb
Haben private Unternehmen im Wettbewerb tatsächlich immer die Nase vorn? Für die öffentlichen Versicherer gilt diese Vorstellung schon seit über 100 Jahren nicht mehr: Das sogenannte Sozietäten-Gesetz von 1910 erweitert ihre Geschäftsmöglichkeiten und stärkt ihre Rechtsstellung. Es markiert einen Meilenstein auf dem Weg der Vorläuferversicherungen des heutigen Provinzial Konzerns zu einem der führenden Versicherungsunternehmen Deutschlands.
Am 25. Juli 1910 wird in Preußen das Gesetz betreffend die öffentlichen Feuerversicherungsanstalten erlassen, kurz Sozietäten-Gesetz. Es vereinheitlicht die Rechtsgrundlage für 28 Brandkassen und Feuer-Sozietäten in allen preußischen Provinzen. Ihr Status als Körperschaften des öffentlichen Rechts, die „im Interesse des gemeinen Nutzens und nicht zu Erwerbszwecken“ tätig zu sein haben, wird bestätigt. Diese Abgrenzung wird nötig, nachdem staatliche Stellen in den Jahren zuvor die rechtlichen Rahmenbedingungen und Wettbewerbsbedingungen für private Versicherungsunternehmen abstecken.
Für die öffentlichen Versicherer bringt das Sozietäten-Gesetz eine entscheidende Neuerung: Erstmals gestatten preußische Behörden ihnen den „Betrieb der Versicherung beweglicher Sachen gegen Feuer sowie anderer Zweige der Schadensversicherung“. Das bedeutet, dass sich die bislang reinen Brandkassen mit Staatsauftrag der Versicherung weiteren Schadensrisiken an Sachen und später an Leib und Leben zuwenden können. Ihr Versicherungsangebot erweitert sich dadurch grundlegend.
Die Provinzial-Feuer-Sozietät der Provinz Westfalen und die Schleswig-Holsteinische Landesbrandkasse nutzen die neuen Möglichkeiten zügig. Zunächst ergänzen sie ihr Angebot um naheliegende Versicherungszweige wie die Waldbrandversicherung, wenig später folgen Einbruchdiebstahl-, Leitungswasser-, Glas- und Mietverlustversicherungen. In den folgenden Jahrzehnten kommen zahlreiche weitere Versicherungssparten hinzu. Das Sozietäten-Gesetz ermöglicht den Vorläuferversicherungen des heutigen Provinzial Konzerns, ihr Angebot stetig zu erweitern und an die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden anzupassen. Damit wird das Gesetz, das bis Ende 1996 nahezu unverändert in Kraft bleibt, zum prägenden Meilenstein der Konzerngeschichte.
1914 | Vom Feuerschutz zur Lebensvorsorge
Die Idee, das eigene Leben zu versichern und damit Angehörige abzusichern, entsteht im 18. Jahrhundert in England. Mit der Gründung der „Equitable“, der ersten Lebensversicherung der Welt im Jahr 1762, nimmt die moderne Lebensversicherung Gestalt an. Anfang des 20. Jahrhunderts kommt das Konzept schließlich im Deutschen Kaiserreich an. Ab 1915 richten die Provinziallandtage in Westfalen, im Rheinland und in Schleswig-Holstein eigene Lebensversicherungsgesellschaften ein, für die Hamburger Feuerkasse und die Lippische wird das Angebot erst später erweitert.
Die Gründung der „Lebensversicherungsanstalt der Ostpreußischen Landschaft“ im Jahr 1910 in Königsberg (heute Kaliningrad, Russland) ist der Auftakt für das Entstehen von öffentlich-rechtlichen Lebensversicherungen im Deutschen Kaiserreich. In den folgenden Jahren verbreitet sich die Idee in den preußischen Territorien von Ost nach West. Nachdem etwa der Rheinische Provinziallandtag 1914 über die Errichtung der „Provinzial-Lebensversicherungsanstalt in der Rheinprovinz“ nach ostpreußischem Vorbild beraten hat, nimmt 1915 die „Provinzial Leben“ ihren Betrieb auf. Ebenfalls 1914 beschließt der Provinziallandtag der Provinz Westfalen die Gründung der „Provinzial Lebensversicherungs-Anstalt von Westfalen“, die ebenfalls 1915 ihre Arbeit beginnt.
Trotz des seit Sommer 1914 andauernden Ersten Weltkriegs bauen die preußischen Territorien das Lebensversicherungsgeschäft in zehn Regionen auf. In Kiel etwa gründet der Provinziallandtag im März 1918 die „Provinzial-Lebensversicherungsanstalt Schleswig-Holstein“.
Von Beginn an bestehen enge Verbindungen zwischen Feuer- und Lebensversicherungsanstalten. So beschließt der Provinziallandtag der Rheinprovinz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, die Lebensversicherungsanstalt organisatorisch mit der Feuerversicherungsanstalt zu verknüpfen und ihnen einen gemeinsamen Verwaltungsrat sowie eine einheitliche Leitung zu geben. In Schleswig-Holstein bezeichnet die Landesbrandkasse die Lebensversicherungsanstalt als „Schwesteranstalt“.
Heute sind Lebensversicherungen ein zentraler Bestandteil des Provinzial Konzerns. Alle zu ihm gehörenden Versicherungen bieten diese an. Durch die Fusion der regionalen Anbieter zur Provinzial Lebensversicherung AG im Jahr 2024 entsteht ein starkes regionales Netzwerk aus Agenturen und Sparkassen. Mit über zwei Milliarden Euro Prämieneinnahmen gehört der Provinzial Konzern heute zu den größten deutschen Lebensversicherern.
1933 | Der Rote Hahn im Heu: Feuerprävention in der Landwirtschaft
Heu kann sich selbst entzünden – unbemerkt! Eine Gefahr für die Landwirtschaft, die Haus und Hof bedroht. Dabei sind die Ursachen bekannt und Brände lassen sich durch einfache Maßnahmen verhindern. Deshalb setzt die Schleswig-Holsteinische Landesbrandkasse seit den 1930er-Jahren auf intensive Aufklärungsarbeit gegen Heufeuer.
Verantwortlich für die Selbstentzündung sind Wärmeprozesse, die durch Mikroorganismen und chemische Oxidation entstehen. Die Gefahr besteht noch Monate nach der Ernte. Besonders feuchtes Heu und eine zu dichte Lagerung begünstigen die Selbsterwärmung. Landwirte können vorbeugen, indem sie das Heu auf der Wiese ausreichend vortrocknen lassen und anschließend für eine gute Belüftung im Heuschober sorgen.
Doch selbst diese Vorsichtsmaßnahmen bieten keinen vollständigen Schutz. Deshalb müssen Heulager regelmäßig auf Temperaturanstiege kontrolliert werden. Dafür gibt es die „Laupper-Sonde“, benannt nach ihrem Schweizer Erfinder Gotthold Laupper (1873–1944): Ein meterlanges Teleskopgestänge mit einem Temperaturfühler, das tief in den Heustapel gestochen wird. Die Temperaturmessung erweist sich als deutlich zuverlässiger als der früher verbreitete Geruchstest, mit dem viele Landwirte Fäulnis oder Überhitzung zu erkennen versuchen.
Prävention gegen Heufeuer ist also möglich, wird in früheren Zeiten jedoch zu häufig auf die leichte Schulter genommen. Dabei muss dem Bauern gar nicht erst die Scheune abbrennen, es reicht, dass zu hohe Temperaturen den Nährwert des Heus als Tierfutter vernichten. Die Schleswig-Holsteinische Landesbrandkasse erkennt früh den Bedarf an Aufklärung. Bereits in den 1930er-Jahren wirbt sie in Zeitungen für sorgfältige Heulagerung, warnt vor Fahrlässigkeit und empfiehlt den Einsatz von Heusonden. 1933 beschafft die Landesbrandkasse eigene Laupper-Sonden und stellt sie ihren Mitgliedern kostenlos zur Verfügung. Die Kontrolle der Heutemperatur wird damit zu einem Service, der den vorbeugenden Brandschutz in landwirtschaftlichen Betrieben nachhaltig verbessert.
1933 | Die Vorgängerversicherungen im Nationalsozialismus
In der Zeit von 1933 bis 1945 schalten die Nationalsozialisten die Versicherungen gleich, das heißt, sie werden unter dem Dach der Reichsgruppe Versicherungen in das NS-Wirtschaftssystem eingegliedert und für die Ziele des Regimes instrumentalisiert. Dies geschieht nicht nur passiv: Versicherungsunternehmen beteiligten sich aktiv am Umbau der Gesellschaft zur rassistisch geprägten „Volksgemeinschaft“ und an Kriegsvorbereitungen.
Derzeit untersuchen Historikerinnen und Historiker die Rolle und das Verhalten von Vorgängerunternehmen, die heute zum Provinzial Konzern gehören, in der Zeit ab 1933.
Dabei geht es um Fragen nach der Förderung der Gleichschaltung, nach dem Verhalten der Führungsebenen, der Durchdringung der NS-Ideologie, sowie dem Beitrag zur Finanzierung des Regimes und damit zu dessen Machterhalt. Nicht zuletzt geht es auch um das Ausmaß der Teilhabe an der Ausgrenzung jüdischer und anderer verfolgter Menschen. Zu Letzterem zählen beispielsweise Entlassungen von politischen Gegnern und Juden aus den eigenen Reihen und deren Ersetzung durch regimekonforme Personen. Wichtig sind aber auch die Ereignisse nach den Novemberpogromen 1938. Öffentlichen Versicherern als Sachversicherern und Feuerkassen kam im Rahmen der herrschenden Regeln eine aktive Rolle zu.
Einige Erkenntnisse über die Vorläuferversicherungen des Provinzial Konzerns liegen bereits vor. Beispielsweise wurde in Münster der damalige Generaldirektor Dr. Heinrich Wessels zum Rücktritt gezwungen. In Hamburg machte sich die Feuerkasse zu einer Versorgungseinrichtung für langjährige NSDAP-Mitglieder und versicherte unter anderem das Konzentrationslager Neuengamme. Die Rheinische Provinzial entwickelte sich unter Generaldirektor Hans Goebbels, dem Bruder des Reichspropagandaministers, zum „NS-Musterbetrieb“.
Der Provinzial Konzern geht transparent mit der Untersuchung um, die mit einem Gutachten der Historikerinnen und Historiker abgeschlossen wird. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wird im Laufe des Jahres an dieser Stelle veröffentlicht.
1935 | Schäden durch den Hausbock: Prävention für Gebäude
Mitte der 1930er Jahre widmen die öffentlichen Brandkassen einem unscheinbaren Käfer außergewöhnliche Aufmerksamkeit. Mehr als 52.000 Datensätze werden erhoben, um die Verbreitung des Hausbockkäfers zu erfassen. Seine Larven zerstören Holz im Verborgenen und können Dachstühle, Fachwerk sowie Telegrafen- und Strommasten schwer schädigen. Die Untersuchung entwickelt sich zur ersten reichsweiten Statistik über den gefährlichen Holzschädling und bildet die Grundlage für neue Konzepte der Schadenverhütung.
Der Hausbockkäfer (Hylotrupes bajulus) zählt zu den bedeutendsten Holzschädlingen im Bauwesen. Er legt seine Eier in trockenem Nadelholz ab, wo die Larven mehrere Jahre lang heranwachsen und das Holz von innen heraus zersetzen. Da die äußere Holzschicht zunächst erhalten bleibt, bleibt ein Befall oft lange unentdeckt. Besonders gefährdet sind Dachstühle, Fachwerk und andere Holzkonstruktionen mit Außenkontakt, da die Larven warme und leicht feuchte Hölzer bevorzugen.
Die Schäden rücken das Insekt in den 1930er Jahren in den Fokus der öffentlichen Versicherer. Nachdem die Hamburger Baubehörde 1934 bei rund einem Viertel aller Gebäude einen Hausbockbefall feststellt, engagiert sich die Hamburger Feuerkasse ab 1935 intensiv für dessen Bekämpfung. Finanziert werden die Maßnahmen bis Ende 1937 durch eine befristete Pflichtversicherung.
Ebenfalls 1935 erhebt die Landesbrandkasse Schleswig-Holstein eine Statistik über befallene Gebäude und gibt damit den Anstoß für eine reichsweite Erhebung. Unter ihrer Federführung entsteht bis 1938 die Deutsche Hausbock-Statistik, die mehr als 52.000 Datensätze umfasst. Die Ergebnisse sollen Grundlage für eine allgemeine Pflichtversicherung gegen Hausbockschäden werden. Dazu kommt es jedoch nicht: Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs ändern sich die Prioritäten, zugleich machen neue Verfahren zur Bekämpfung des Schädlings – etwa Heißluftbehandlungen und chemische Holzschutzmittel – eine flächendeckende Versicherung überflüssig.
Bis heute gehören Schäden durch holzzerstörende Insekten in der Regel nicht zum Leistungsumfang einer Wohngebäudeversicherung. Sie lassen sich jedoch häufig über eine Zusatzversicherung absichern.
1951 | Ein Nationalspieler für die Betriebssportgruppe in Münster
Ein Fußballnationalspieler in der Betriebssportgruppe. Felix „Fiffi“ Gerritzen, damals Stürmer von Preußen Münster und der deutschen Nationalmannschaft, arbeitet als Chauffeur und Dekorateur, wie damals Werbeprofis genannt wurden, bei der Provinzial in Münster – und läuft neben dem Profifußball auch für die Betriebssportgruppe (BSG) auf.
1951 gewinnt Gerritzen mit Preußen Münster die deutsche Vizemeisterschaft – den Höhepunkt seiner Karriere. Am 15. April desselben Jahres debütiert er in der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz und erzielt beim 3:2-Sieg das zwischenzeitliche 2:1.
Der gebürtige Oldenburger gilt als technisch versierter und schneller Dribbler. Unter Fans kursiert die Legende, er könne mit dem Ball am Fuß die 100 Meter in weniger als elf Sekunden laufen. Eine Knieverletzung verhindert schließlich auch seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1954 und am sogenannten „Wunder von Bern“.
Da sich vom Fußball allein in der Nachkriegszeit kaum leben lässt, arbeitet Gerritzen zunächst als Kraftfahrer bei der Westfälischen Provinzial. Er fährt Vorstandsmitglieder durch die junge Bundesrepublik, wechselt anschließend in die Werbeabteilung und wird Chefdekorateur, ist also für die Dekoration der Schaufenster der Servicebüros zuständig. Parallel spielt er für Preußen Münster und ab 1952 auch für die Betriebssportgruppe der Provinzial.
Neben seiner sportlichen Karriere engagiert sich Gerritzen für die Münsteraner Gesellschaft. Er begründet die Tradition, dem Vinzenzwerk jedes Jahr ein Lebkuchenhaus zu schenken – eine Aktion, die sein Sohn André mit Unterstützung der Westfälischen Provinzial und von Preußen Münster fortführt.
„Fiffi“ Gerritzen ist nicht der einzige Nationalspieler bei den heute zum Provinzial Konzern gehörenden Versicherungen. Auch Uwe Schwenker, Spieler- und spätere Managerlegende des THW Kiel, spielt für die deutsche Nationalmannschaft und gewinnt 1984 olympisches Silber. Als er 1986 einen Wechsel zum TSV Milbertshofen erwägt, bietet ihm die Provinzial Nord Brandkasse eine berufliche Perspektive. Die Nachricht von seinem Verbleib löst bei den Fans große Begeisterung aus.
Aus den frühen Betriebssportgemeinschaften entwickelt sich im Laufe der Jahrzehnte ein vielfältiges Sportangebot. Heute engagieren sich im Provinzial Konzern knapp 3.000 Mitglieder in mehr als 30 Sportarten. Neben Training und Wettkämpfen organisieren die Betriebssportgemeinschaften auch Sportreisen und weitere gemeinsame Aktivitäten.
1978 | Nord Brandkasse sponsort den THW Kiel
Seit 48 Jahren verbindet die Provinzial in Schleswig-Holstein mit dem deutschen Handballrekordmeister THW Kiel eine enge Partnerschaft. Die Zusammenarbeit zählt zu den kontinuierlichsten Team-Sponsorings im deutschen Spitzensport – mit einem der erfolgreichsten Handballteams der Welt!
Seit 1978 unterstützt die Provinzial Nord Brandkasse den THW Kiel. In der Saison 1979/80 wird dieses Engagement erstmals sichtbar: Das Unternehmen erscheint als Trikotsponsor auf der Spielkleidung der Mannschaft. Normalerweise treten die „Zebras“ in ihrem charakteristischen schwarz-weiß gestreiften Trikot an. Beim Heimspiel gegen den TSV Milbertshofen weicht das Team von dieser Tradition ab. Stattdessen laufen die Spieler in weißen Trikots und schwarzen Hosen auf.
Der Grund für diese Änderung ist die Einführung der Trikotwerbung: Der Schriftzug der Provinzial Nord Brandkasse soll auf dem hellen Trikot besonders gut zur Geltung kommen. Ende der 1970er Jahre beginnt sich Trikotwerbung in der Handball-Bundesliga langsam zu etablieren. Die Nord Brandkasse gehört dabei zu den ersten Unternehmen, die diesen Schritt gemeinsam mit einem Verein gehen.
Die Premiere verläuft nicht nur optisch erfolgreich: Der THW Kiel gewinnt das Spiel gegen Milbertshofen deutlich mit 20:11 Toren.
Bis heute hält die 1978 begründete Partnerschaft aus Versicherung und Sport an. Im Rahmen der Zusammenarbeit spielt der THW zweimal pro Saison besondere Begegnungen mit ausgewählten Amateurmannschaften aus Norddeutschland. Die Einnahmen aus diesen Spielen kommen sozialen Projekten zugute.
Die Sportförderung der heute zum Provinzial Konzern gehörenden Versicherungen beschränkt sich nicht auf den Spitzensport. Bereits 1975 wirbt die Westfälische Provinzial in ihrem Mitarbeitermagazin für Bandenwerbung auf Amateur-Sportplätzen. Bis heute sind die Logos der zum Provinzial Konzern gehörenden Versicherungen auf zahlreichen regionalen Sportstätten und den Trikots vieler Amateurvereine zu sehen.
1990 | Wiedervereinigung: Die Provinzial in den neuen Bundesländern
November 1989: Mauerfall! Die Menschen in der DDR erkämpfen sich ein neues Leben: Freiheit, Reisemöglichkeiten und politische Mitbestimmung. Gleichzeitig bringt die Wiedervereinigung 1990 tiefgreifende Veränderungen im Alltag, in der Arbeitswelt und im Selbstverständnis. Für die Provinzial bedeutet die Wende einen Neuanfang in Mecklenburg-Vorpommern, geprägt von Improvisation und der Profilsuche für einen neuen Markt.
Am 2. Juli 1990, einen Tag nach dem Ende des Versicherungsmonopols der DDR, beginnt die Provinzial ihre Geschäftstätigkeit in Mecklenburg-Vorpommern. Mit 21 Mitarbeitenden startet die Rostocker Landesdirektion in einen von Improvisation geprägten Alltag: knappe Büroräume, lange Wartezeiten beim Telefonieren und stundenlange Autofahrten über Landstraßen. Hier ist Flexibilität gefragt: Versicherungen werden kurzerhand aus Wohnwagen heraus verkauft. Ein ehemaliger Mitarbeiter beschreibt diese Zeit rückblickend als „wild und spannend“.
Bereits im August 1990 folgt der nächste Schritt: Servicebüros in mehreren Städten, darunter Rostock, Schwerin und Stralsund, nehmen ihre Arbeit auf. Viele Mitarbeitende kommen aus versicherungsfremden Berufen und arbeiten sich nach dem Prinzip „Learning by Doing“ ein, unterstützt durch Schulungen und Fortbildungen.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Geschäft in den neuen Bundesländern ist die enge Zusammenarbeit mit den Sparkassen. Bereits bis Juli 1990 sprechen sich alle Sparkassenleiter der Nordbezirke der ehemaligen DDR für eine Kooperation mit der Provinzial aus. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: Bis zum Jahresende werden allein im Bereich der Kfz-Versicherungen rund 50.000 Verträge abgeschlossen. Hinzu kommen Lebensversicherungen mit einer Versicherungssumme, die nach heutigem Stand etwa 150 Millionen Euro entspricht.
Auch andere Provinzial Versicherungen engagieren sich in den neuen Bundesländern. So unterstützen Mitarbeitende aus dem Rheinland den Aufbau in Brandenburg, indem sie Kolleginnen und Kollegen schulen und so einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines modernen öffentlich-rechtlichen Versicherungswesens leisten.
Mecklenburg-Vorpommern ist heute wichtiger Teil des norddeutschen Geschäftsgebiets und organisatorisch in die Provinzial Nord Brandkasse eingebunden. Damit trägt das Bundesland zur regionalen Marktpräsenz, Kundenbasis und zum dezentralen Geschäftsmodell des Konzerns bei.
1994 | Zwischen Monopol und Wettbewerb
„Köder für die Kunden“ – so überschreibt DER SPIEGEL 1993 einen Artikel zu bevorstehenden Veränderungen in der Versicherungsbranche. Die neue EU‑Regelung tritt 1994 in Kraft, die den streng regulierten Versicherungsmarkt öffnet. Monopole werden beseitigt, Versicherungen können europaweit ihre Policen anbieten und Preise werden vom Markt bestimmt. Auch die öffentlich‑rechtlichen Versicherungsvertretungen werden jetzt privatrechtlich. Für Kundinnen und Kunden bedeutet dies mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Verantwortung bei der Wahl der richtigen Versicherung.
Mit der Umsetzung europäischer Vorgaben ändert sich der deutsche Versicherungsmarkt im Sommer 1994 grundlegend. Die staatliche Genehmigungspflicht für Versicherungstarife entfällt. An die Stelle einheitlicher, regulierter Preise tritt ein freier Wettbewerb.
Die Deregulierung des Versicherungsmarkts hat weitreichende Folgen, auch für öffentlich-rechtliche Versicherer wie die heute im Provinzial Konzern vereinten Versicherungen. Zum 1. Juli 1994 hebt der Gesetzgeber die bestehenden Monopolrechte auf. Mitte 1994 verwirklicht die EU im Zuge des EG-Binnenmarktes die Niederlassungsfreiheit für Versicherungen. Versicherungen aus EU-Ländern dürfen ihre Produkte auch in Deutschland anbieten – Preise und Leistungen können fortan individuell gestaltet werden. Auch frühere Pflicht- und Monopolbereiche, etwa in der Gebäudeversicherung, sind nun liberalisiert. Die Hamburger Feuerkasse wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und von der Stadt Hamburg an eine private Versicherungsgruppe verkauft.
Während sich der Wettbewerb in vielen Bereichen verschärft, bieten sich auch neue Chancen. Besonders erfolgreich entwickeln sich die Lebensversicherungen – getragen von wachsendem Vorsorgebewusstsein und einer stärkeren Zusammenarbeit mit den Sparkassen.
Die Deregulierung markiert einen Wendepunkt hin zu einem wettbewerbsorientierten Versicherungsmarkt: Sie macht den Markt dynamischer, vielfältiger – und anspruchsvoller für alle Beteiligten. Die Mitte der 1990er Jahre getroffene Entscheidung zeigt sich heute in der Tarif- und Produktvielfalt im Versicherungswesen.
1997 | „Menschen füreinander. Menschen miteinander“
Soziales, Gesundheit, Bildung und Kultur – der Provinzial Konzern unterstützt seit Jahrzehnten gemeinnützige Aktivitäten in vielen Bereichen. Als öffentliche Versicherung ist er dem Gemeinwohl verpflichtet. Seine Instrumente sind finanzstarke Stiftungen, Vereine von Mitarbeitenden und gezielte Einzelhilfen.
Zum 275. Geburtstag macht die Westfälische Provinzial ihrem regionalen Einzugsgebiet 1997 ein besonderes Geschenk: Sie gründet eine Kulturstiftung. Seitdem fördert die Stiftung innovatives Engagement für Kunst und Kultur in Westfalen. Parallel entsteht eine eigene Corporate Art Collection, die heute über 250 Werke von rund 100 jungen Kunstschaffenden umfasst.
2002 zieht die Provinzial Rheinland in Zusammenarbeit mit der Sparkassen-Finanzgruppe nach und richtet eine eigene Kultur- und Sozialstiftung mit einem Vermögen von rund 6 Millionen Euro ein. Im Mittelpunkt stehen soziale Projekte, vor allem für junge Menschen und zur Förderung der Integration. Seit 2011 vergibt die Rheinische Provinzial außerdem jährlich den Provinzialpreis für Integration und Inklusion. Ergänzt wird das Engagement durch die Förderung von Museen und der Vergabe eines Kunststipendiums, die seit 2019 Teil der Stiftungsarbeit ist.
Auch abseits der Stiftungen engagiert sich der Konzern, etwa seit 2022 mit unbürokratischem Versicherungsschutz für Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine. Diese Initiative steht nicht allein. Der Verein „Provinzialer helfen e.V.“, gegründet von Mitarbeitenden, fördert seit 2007 jährlich etwa 30 Initiativen und Vereine in Norddeutschland, ähnlich wie der „Provinzialer in Westfalen-Lippe helfen e.V.“ seit 2014 in seiner Region.
Beide Vereine sammeln wiederholt Spenden zur gezielten Krisenintervention, etwa im Fall der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021.
Das soziale Engagement im Provinzial Konzern lebt vor allem vom Einsatz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihr Engagement macht den gesellschaftlichen Anspruch des Konzerns täglich sichtbar und zeigt, wie eng wirtschaftlicher Erfolg und soziales Handeln miteinander verbunden sind.
Unser Engagement heute
21. Jahrhundert - Gemeinsam Zukunft versichern
2020 | Geballte Versicherungskompetenz: Der Provinzial Konzern entsteht
Niedrige Zinsen auf Lebensversicherungen, Vergleichsportale, ein neuer rechtlicher Rahmen und die Digitalisierung – all das verändert die Versicherungsbranche seit den 2000er-Jahren grundlegend. Kleine und mittlere Versicherungen geraten damals in wirtschaftliche Schwierigkeiten, sodass Übernahmen und Fusionen zu einer wichtigen Lösung werden. Es braucht mehrere Anläufe bis im Juli 2020 die Provinzial Nordwest und die Provinzial Rheinland zum neuen Provinzial Konzern fusionieren.
Durch die Fusion entsteht ein Versicherungskonzern mit einem Beitragsvolumen von rund sechs Milliarden Euro und mehr als 5.000 Beschäftigten an mehreren Standorten, darunter Hamburg, Düsseldorf und Kiel. Hauptsitz des neuen Konzerns wird Münster.
Der Weg dorthin ist lang. Bereits 2018 unterzeichnen beide Versicherer eine Absichtserklärung für einen Zusammenschluss. In den folgenden Jahren verzögern unterschiedliche Interessen, die Standortfrage und die Bewertung der Unternehmen den Prozess.
Nach intensiven Verhandlungen, in denen sich die Anteilseigner auf ein gemeinsames Fusionskonzept und die Bewertung der beiden Unternehmen einigen, wird die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2020 vollzogen – ein wichtiger Schritt, um die jetzt zum Provinzial Konzern gehörenden Versicherungen zukunftsfähig aufzustellen.
Der neue Konzern knüpft an die historisch gewachsenen Werte der in ihm zusammengeschlossenen Versicherungen an und verankert sein Selbstverständnis im Handelsregister. Als Versicherungskonzern verfolgt er den Auftrag einer möglichst flächendeckenden Absicherung der Bevölkerung. Das Unternehmen schreibt Prinzipien wie Kundennähe, regionale Verbundenheit und die Sicherung eines ausgewogenen Versicherungsmarktes als verbindliche Aufgaben fest.
Der neu entstandene Provinzial Konzern sieht sich zunächst mit der Aufgabe konfrontiert, die regionalen Strukturen und Prozesse zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Der neue Vorstandsvorsitzende, Dr. Wolfgang Breuer, ist nach dem Zusammenschluss optimistisch: „Das, was zusammengehört, wird jetzt Schritt für Schritt zusammenwachsen.“
In den folgenden Jahren etabliert sich der Konzern als zweitgrößter öffentlicher Versicherer Deutschlands.
2021 | Die Flutkatastrophe im Ahrtal
Eine gewaltige Sturzflut wälzt sich durch das enge Tal des Flüsschens Ahr. Kaum ein Stein steht mehr auf dem anderen, Menschen sterben – die Bilder vom Sommer 2021 haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt.
Am 14. Juli 2021 fällt in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen innerhalb weniger Stunden mehr Regen als sonst in einem ganzen Monat. Extrem schnell steigen die Pegelstände von Flüssen über Rekordwerte, es folgen Sturzfluten. Am schlimmsten trifft es das mittlere bis untere Ahrtal.
Vor dem Stark- und Dauerregen im Zuge des Tiefdruckgebietes „Bernd“ warnen Behörden schon seit Tagen, dennoch kommt es zur größten deutschen Unwetterkatastrophe seit der Hamburger Sturmflut von 1962. Sie fordert über 180 Menschenleben. Die Höhe des materiellen Gesamtschadens ist beispiellos – berechnet werden später mehr als 40 Milliarden Euro. Unter anderem müssen Versicherer in die Pflicht treten, deren Regulierungssumme letztlich auf 8,75 Milliarden Euro anschwillt, der Löwenanteil davon entfällt auf Wohngebäude, Gewerbe und Industrie.
Der Provinzial Konzern ist im gesamten Flutgebiet führender Gebäude- und Sachversicherer. Schnell wird klar, dass auf das Unternehmen die größte Schadensregulierung seiner Geschichte zukommt. Nach einem Monat sind 36.000 Schadensmeldungen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro eingegangen. Für den noch jungen, erst im Vorjahr 2020 entstandenen Provinzial Konzern ist das eine Mammutaufgabe, die nur mit vereinten Kräften zu lösen ist.
Die Ahrtal-Katastrophe macht deutlich: „Vorsorge statt Nachsorge“ gegen Elementarschäden wird immer dringlicher. Solche Ereignisse werden wegen des Klimawandels in Zukunft häufiger vorkommen und stärker ausfallen. Auch wenn Frühwarnsysteme ausgebaut werden, bleibt es nötig, sich auf künftige enorme Schadensgrößen vorzubereiten. Deshalb führt der Provinzial Konzern gemeinsam mit anderen öffentlichen Versicherern seit Anfang 2022 einen solidarischen Naturkatastrophen-Schadenpool, der bereits mit einer Kapazität von bis zu einer halben Milliarde Euro ausgestattet ist.
2026 | 350 Jahre Provinzial Konzern – Alles ist in Bewegung
Digitalisierung, Klimawandel, globale Krisen – die Versicherungsbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Auch im Provinzial Konzern ist vieles in Bewegung. In seiner langen Geschichte hat der Konzern oft bewiesen, dass er sich nicht nur anpassen kann, sondern dass Veränderungen immer auch eine Chance für Wachstum und Innovationen sind. Die Geschwindigkeit und Komplexität der heutigen Herausforderungen sind beispiellos – große Aufgaben für den Provinzial Konzern. Für die Zukunft sind innovative Technologien, nachhaltige Strategien und ein modernes Krisenmanagement gefragt.
Extremwetter häufen sich. Entsprechend müssen Versicherer etwa nach Stürmen oder Fluten für mehr Menschen die Schäden mit höheren Summen regulieren. Als Maßnahme können Naturkatastrophen-Schadenpools als Backups eingerichtet werden, was der Provinzial Konzern bereits seit 2022 macht. Im Vordergrund steht jedoch ein langfristiges und präventives Handeln. Deshalb beteiligt sich der Provinzial Konzern an Aufforstungsprojekten und unterstützt das Warnsystem KATWARN. Die Strategien im Konzern entwickelt das eigens eingeführte Nachhaltigkeitsboard.
Andere globale Krisen – ob Pandemie, Angriffskriege, oder sprunghafte Zollpolitik – scheinen nicht abzureißen. Die Folgen von wirtschaftlichen Einbrüchen, Inflation und zunehmenden Unsicherheiten werden immer schwerer kalkulierbar. Hinzu kommen neue Regulierungen durch Verschärfungen im Haftungsrecht, im Datenschutz und bei Transparenzregeln. Der Provinzial Konzern entwickelt daher sein Risikomanagement beständig weiter – maßgeblich auf Basis eines eigenen Own-Risk-and-Solvencys-Assesment-Process (ORSA).
Die Digitalisierung wird dazu beitragen, Krisen effektiver zu bewältigen und Kundenerwartungen zu erfüllen. Bei Produkten und Leistungen gilt: Wenige Klicks, bitte! Um schnellere und transparentere Prozesse zu erreichen, setzt der Provinzial Konzern auf Kooperationen, etwa mit dem InsurTechHub Munich. Die Zukunftstechnologie der künstlichen Intelligenz wird ebenfalls in den Service des Versicherers integriert. An der Schnittstelle von Beratungs- und Lösungskanälen wird KI die Komplexität reduzieren und Leistungszugänge vereinfachen – das persönliche Gespräch bleibt dabei natürlich erhalten.
Egal, was die Zukunft bringt – mit regionaler Verbundenheit, wirtschaftlicher Stärke und Offenheit für Veränderung ist der Provinzial Konzern gut auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Denn Stillstand ist keine Option.