09.03.2026
Düsseldorf. Zum achten Mal konnten sich Absolventinnen und Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf für das Kunst-Stipendium der Provinzial Versicherung bewerben. Der Preis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert und richtet sich an Künstlerinnen und Künstler des Abschlussjahrgangs 2025.
Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr Katharina Keller (*1990) aus der Klasse von Dominique Gonzalez-Foerster/ Ari Benjamin Meyers.
Dr. Stefanie Alt, Leben-Vorständin im Provinzial Konzern, überreichte der glücklichen Stipendiatin einen symbolischen Scheck: „Unser Stipendium ist nicht nur ein Bekenntnis zum Kunststandort Düsseldorf, sondern ebenso zu unserem kulturellen Selbstverständnis, junge Nachwuchstalente zu fördern. Mit dem Preisgeld möchten wir den jährlichen Absolventinnen und Absolventen ermöglichen, ihre künstlerische Laufbahn auch nach Verlassen der Akademie erfolgreich fortzusetzen“.
Eine Fachjury bestehend aus Gereon Krebber (Künstler und Prof. an der Kunstakademie Düsseldorf), Dr. Stefanie Kreuzer (Direktorin am Kunstmuseum Mülheim a. d. Ruhr), Dr. Susanne Meyer-Büser (Kuratorin an der Kunstsammlung NRW), Dr. Thekla Zell (Kuratorin am Museum Morsbroich in Leverkusen) und Provinzialkuratorin Dr. Astrid Legge ermittelte die diesjährige Preisträgerin.
Katharina Keller (*1990 in Omsk) begann ihr Studium der freien Kunst 2016 an der Kunstakademie Düsseldorf Freie Kunst in den Klassen Marcel Odenbach und Dominique Gonzalez-Foerster/ Ari Benjamin Meyers. 2021 wurde sie Meisterschülerin von Marcel Odenbach und erhielt 2025 ihren Akademiebrief.
Begründung der Jury
Die Jury zeichnet einstimmig die Künstlerin Katharina Keller für ihr vielschichtiges und formal präzises Werk mit dem Provinzial Kunst-Stipendium 2026 aus.
Katharina Keller (*1990 in Omsk) verbindet in ihren Werken biografische Spurensuche mit der Analyse struktureller und gesellschaftlicher Perspektiven von Macht und Ordnung. In ihren Arbeiten, die Installation, Skulptur, Video- und Textilarbeiten verbinden, verhandelt sie aus einer gegenwärtigen Perspektive Fragen nach Identität, Herkunft, Lebensräumen und den gesellschaftlichen Umgang mit Geschichte.
Das künstlerische Material, die zitierten architektonischen Formen und ihre Präsentation im Raum werden so als Träger politischer Systeme lesbar. Historische und politische Strukturen werden in ihren Arbeiten nicht illustriert, sondern für die Betrachter*innen räumlich und materiell erfahrbar gemacht. Sie verdichtet individuelle Erinnerung mit kollektiver Geschichte und verweist zugleich auf kulturelle Narrative, die Identität und gesellschaftliches Verorten im Heute thematisieren.
Katharina Keller überzeugte die Jury durch eine formal wie inhaltlich konzeptuelle Klarheit. Es gelingt ihr, individuelle Erfahrungen und Erinnerungsstücke in einen größeren gesellschaftlichen Kontext zu überführen und durch eine präzise und zugleich sensible Formsprache vertraute Denkmuster kritisch zu hinterfragen. Persönliche Geschichte wird in ihren medienübergreifenden Arbeiten in größere politische, architektonische und ökologische Zusammenhänge eingebettet und so zu einer Metapher für die Bedingungen des menschlichen Daseins.
Bildzeile: Preisübergabe durch Vorständin Dr. Stefanie Alt und Kuratorin Dr. Astrid Legge an die Künstlerin Katharina Keller.
Von l.n.r: Dr. Stefanie Alt, Vorständin Provinzial Konzern, Stipendiatin Katharina Keller und Dr. Astrid Legge, Kuratorin Provinzial Versicherung / Foto: Rainer Hotz / © Provinzial Versicherung
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