19.1.2026
Kiel. Wünsche und Träume zu haben, ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Wenn die verbleibende Lebenszeit aufgrund einer Erkrankung begrenzt ist, bleiben Aufhellungen des Alltags oft genug aus. Mit seinem Wünschewagen unterstützt der Arbeiter-Samariter-Bund das Erreichen letzter Wunschziele, deren Realisierung Angehörigen nicht möglich wäre, weil sie mit der Beförderung und Betreuung bald sterbender Menschen überfordert wären. Grund genug für Lutz Puhlmann, Inhaber der Provinzial Agentur Kiel-Ostufer, und den Verein „Provinzialer helfen“, nun einen Scheck über 2.381 Euro an den ASB-Landesverband Schleswig-Holstein zu überreichen, um zur Finanzierung des auf Spenden angewiesenen Projekts beizutragen.
„Bei meinem vorweihnachtlichen Kinoevent mit Kunden und Freunden habe ich für den ASB und den Wünschewagen gesammelt. Das ist ein zu Herzen gehendes Projekt, das mich sehr beeindruckt“, sagt Lutz Puhlmann, der bereits beim Start des Wünschewagens 2015 zu den Spendern gehört und den Verein „Provinzialer helfen“ des öffentlichen Versicherers für eine Aufstockung der Summe auf 2.381 Euro gewinnen konnte.
Geld für die Aufrechterhaltung des Projekts wird fortlaufend benötigt, denn Kosten für eine „private“ – also medizinisch nicht notwendige – Fahrt im Krankentransportwagen können von Kranken- und Pflegekassen nicht übernommen werden. Dass die Fahrt mit dem Wünschewagen für den Fahrgast grundsätzlich kostenfrei ist, wird durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und langfristige Unterstützungen möglich, sagt Kai Kulschewski, der beim ASB-Landesverband für den Spendenservice und die Engagementberatung zuständig ist.
„Allein im vergangenen Jahr hatten wir landesweit 92 Fahrten, seit Start des Projekts 2015 über 500 Wunschfahrten“, ergänzt Wolfgang Mainz, Geschäftsführer des ASB-Kreisverbandes Kiel. „80 ehrenamtliche, professionell geschulte Helferinnen und Helfer, zwei Begleitpersonen, eine aus dem sanitätsdienstlichen und eine aus dem pflegerischen Bereich, sorgen für die Betreuung. Wichtig ist hier viel Empathie und dabei ist eines grundsätzlich ganz wichtig: Die Regie liegt beim Fahrgast.“
Bei den angesteuerten letzten Zielen gibt es große Unterschiede. Während es für manche der in der Regel aus einem Hospiz abgeholten sterbenskranken Menschen wichtig ist, noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis zu haben wie einen Flug mit dem Heißluftballon, geht es anderen um einen letzten Ausflug ans Meer oder auch um die Teilnahme an ein für die Familie wichtiges Ereignis wie eine Abiturfeier, runde Geburtstage oder eine Konfirmation. Besonders in Erinnerung geblieben ist Wolfgang Mainz der Fall einer sterbenskranken Frau, die zur Beerdigung ihrer Mutter begleitet wurde: „Das zeigte besonders: Als Helfer muss man mit dem Tod und dem Sterben umgehen können.“
Doch daraus abzuleiten, dass nur Schwere und Trauer dominieren, sei falsch: „Das ist nicht der Fall. Das haben Sie auch im Hospiz nicht. Bei den Ausflügen geht es vorrangig um ein individuelles Erlebnis – ganz nach den Wünschen des Fahrgastes“, ergänzt er.
So ist die Inneneinrichtung des Wünschewagens bewusst auch nicht im Stil eines Krankenwagens gestaltet, auch wenn er die Kriterien eines „normalen“ Krankentransp-ortwagens erfüllt. Dazu tragen zum Beispiel besondere Beleuchtungseffekte, eine hochwertige Soundanlage und nicht einsehbare Panoramafenster bei.
Im Sommer wird es einen neuen Wünschwagen geben, den der Arbeiter-Samariter-Bund wie bislang auch in Elmshorn stationieren wird und der von dort aus landesweit angefordert werden kann. Die dafür notwendigen mehr als 200.000 Euro kamen über Spenden und Mitgliedsbeiträge zusammen. Das derzeitige bereits seit zehn Jahren eingesetzte Fahrzeug soll als „Back Up“ dienen. Zum Einsatz-Team in Elmshorn gehört mit Noah Rambow auch ein junger Mann, der sein Freiwilliges Soziales Jahr beim Arbeiter-Samariter-Bund absolviert.
Über Provinzialer helfen
Der seit 2007 existierende Verein unterstützt jedes Jahr einige Dutzend gemeinnützige und soziale Projekte im Geschäftsgebiet der Provinzial Nord in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dem Verein gehören rund 300 Mitarbeitende des öffentlichen Versicherers aus dem Innen- und Außendienst an. Die durch Mitgliedsbeiträge und Spenden jährlich zusammenkommende Summe wird vom Unternehmen jeweils verdoppelt. Seit 2007 kam so über eine Mio. Euro für wohltätige Zwecke zusammen.
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